Lilli Gavric

Moin Lilli, erzähl mal kurz, was Du so machst, und wo Du herkommst

Moin. Wie Du hörst, komme ich aus Hamburg. Ja, so richtig aus Hamburg (lacht). Ich werde das sehr oft gefragt, offensichtlich gehöre ich zu einer aussterbenden Art, zwischen all den Zugezogenen. Ich lebe und schreibe hier. Zwischendurch sitze ich auf schnellen Rädern und düse quer durch die Stadt. Weißt Du, wie fix man ist, wenn man Platz und geile Radwege hat? Hätte.

Du bist freie Autorin, (über) was oder wen schreibst Du noch?

Primär erzähle ich Geschichten über Film, Food und Musik. Alles Dinge, die mich begeistern. Treffe gern interessante Charaktere und führe Interviews. Quatsche über Hamburg und mit Hamburgern, schaue, was in der Stadt los ist. Unterstütze so auch gern Projekte. Zuletzt stolperte ich über die angespannte Mietsituation der Hofgemeinschaft Viva la Bernie, der auch Fettes Brot und Rocko Schamoni angehören. Das betrifft die ganze Stadt. Die Story hat sich wiederum aus unserem Klönschnack über das Wohlers ergeben. So entstehen Kontakte, Ideen und am Ende oft etwas, was es zu erzählen gilt. Online für Monday2Sunday, Testspiel oder Blogbuzzter. Damals für das Fotoprojekt über Hamburgs Fahrradkultur, WE ARE TRAFFIC, aus dem ein Bildband mit Stories entstanden ist. Seit 2019 – und das freut mich besonders, weil ich für Print verdammt viel übrig habe – auch für die Szene Hamburg. Auch dort spüre ich gutes Essen auf, aber nicht nur. Man könnte sagen, da wo Herzblut ist, da bin ich.
Das BOAufn Klönschnack mit BO in der KunztKüche
Lilli GavricBeim Interview mit Jesper Munk für Testspiel/Foto: Björn Buddenbohm

Warum Hamburg und nicht … ?

Ich verstehe die Frage nicht.

Dein Lieblingslunch zurzeit?

In einem der Delis mit täglich frisch gekochtem Mittagstisch. Das Fritzis in der Kleinen Freiheit. Deren Fischfrikadelle mit Kartoffelsalat, ein Knaller.Hej Papa in der Poolstraße kann kreativ und bodenständig zugleich oder das Julius in der, Überraschung, Juliusstraße. Frische Hausmannskost in kleinen und großen Portionen und fürn schmalen Geldbeutel. Das mag ich. Qualität kostet, aber Lunch in Hamburgs Mitte kann schon sehr teuer sein.

Grundsätzlich lieber selber kochen oder essen gehen?

Mittags gehe ich meist essen, weil ich unterwegs bin. Abends rühre ich lieber selbst in den Töpfen. Aktuell wieder mehr als vorher. Ich habe gerade „aufgeräumt“ und ein fünfwöchiges „No Sugar Retreat“ (fast) hinter mir. Da MUSS man jeden Tag ran, mal eben irgendwas nebenbei ist nicht, alles verboten (lacht). Das war auch das Ziel und wieder mehr Bewusstsein für Ernährung schaffen. Meine ist zwar gar nicht übel, hat aber ihre Mankos. Und die eigene Blutgruppe spielt auch eine Rolle, spannend. Natürlich folgt ein Erfahrungsbericht auf dem Blog. Spoiler: „Der Mandelmilch Ausraster“.

Stichwort Dreamteam. Was kann ich, was Du nicht kannst?

Kurze Sätze (lacht). Selbstverständnis. Beeindruckend. Ich lerne viel von Dir.
KlönschnackDas M2S Team: Lilli & Basti

Du machst die besten … ?

Ich habe tatsächlich keine Ahnung. Mein Gulasch esse ich aber immer ganz alleine auf, muss also gut sein. Liegt vielleicht an meinem Balkan Blut.

Fleisch oder Gemüse?

Fleisch. Beides.

Tee oder Kaffee?

Kaffee. Nicht nur Genuss, sondern auch Ritual. Cortado trinken und Zeitung lesen, heißt für mich: Pause. Hilft mir beim Denken und Starten. Tee am Morgen. Was stimmt nicht mit den Leuten (lacht)?

Bier oder Whiskey?

Whiskey. Wenn Bier, dann Craft Beer.

Irgendwann ist auch ma´ gut. Wie und wo fährst Du Dich in Hamburg runter?

In jedem Fall draußen. Auf dem Rad und Deich an der Dove Elbe. Beim Joggen durch Planten un Blomen und japanischen Garten am frühen Morgen. Beim Zeitung lesen im Lieblingscafé. Vor allem aber beim Meditieren. Allein und in der Gruppe. Stille und einfach mal die Klappe halten ist ’ne feine Sache. So sieht man den Wald vor lauter Bäumen wieder. Und zwar klar und deutlich.
Lilli GavricLilli für WE ARE TRAFFIC/Foto: Björn Lexius